Malpica de Tajo ist ein kleines Dorf mit 1800 Einwohnern in einer ruhigen, ländlich geprägten Gegend. Alle Bedürfnisse des täglichen Bedarfs können im Ort befriedigt werden. Es gibt ein bedeutendes Herrenhaus, allerdings ist sein bedeutendstes Gebäude abgesehen von der Pfarrkirche aus dem 17. Jhd. das beeindruckende Schloss am Ortseingang. Seine Ursprünge reichen zurück auf eine maurische Festung mit quadratischer Form und massiven Türmen aus Lehmziegeln an jeder Ecke, der größte von ihnen ist der „Torre del homenaje“ (Turm der Huldigung) im Südosten. Die Festung entstand vermutlich im auslaufenden 10. Jahrhundert, gleichzeitig mit ähnlichen Bauten in Villalba und Montalban, ebenfalls in der Provinz Toledo. Im 13. Jahrhundert eroberten Ritter des Ordens von Calatrava die Anlage. Im 14. Jahrhundert ging die Festung als Geschenk des König Pedro I. von Kastilien an Don Diego Gomez de Toledo. Einige Jahre später ging das Gebäude auf die Adelsfamilie Perafan de Rivera, hohe kastilische Militärs, über. Später wurden sie vom König Felipe III. zu Herzögen von Malpica ernannt. Im Laufe der Jahrhunderte wurde seine Architektur mehrfach bis zu seiner heutigen Form verändert. Heute dient die einstige Festung den Grafen von Arion als Residenz.


Im Januar wird das Patronatsfest San Sebastian gefeiert. Die jungen Männer verkleiden sich dabei als Mauren, verkleidet mit bunten Trachten und Kostümen mit Glöckchen am Gürtel, die dann in den Gassen des Dorfes klingen. Am 6. Januar wird eine Figur des Heiligen aus einer Kappelle in den Ort geholt, am 22. bringen ihn die Dörfler zurück in die Kappelle.

 

Einer Erwähnung wert ist auch das Fest zu Ehren der Virgen de las Nieves im August.
In der Umgebung empfiehlt sich ein Besuch des Ortes Erustes mit seiner Kirche aus dem 15. Jahrhundert.

 

Aufgrund seiner strategisch günstigen Lage nimmt in Malpica eine interessante Route durch den Bezirk Jara ihren Anfang. Sehenswert sind Dörfer wie Sevilleja de la Jara mit seinem Raubvogel-Zentrum (Icona), Robledo del Mazo, Piedraescrita (Sockel der Kirche mit Keramik aus Talavera, und romanische Christus-Darstellung), Belvis de la Jara mit seiner roten Keramik, Alcaudete mit seinen Kunstschmiedearbeiten, San Martin de Pusa, bekannt für sein Marzipan, das auch dem Königshaus geliefert wird.

In die andere Richtung führt der Weg in nur wenigen Minuten nach La Puebla de Montalban mit seiner Plaza Mayor, dem Palast der Grafen von Osuna, dem Turm von San Miguel, dem Museum der Celestina und anderen Sehenswürdigkeiten.

 

Santa Mª de MelqueWenn man danach in Richtung San Martin de Montalban fährt, lohnt ein Halt an einem besten Geheimtipps der Provinz Toledo: Santa Maria de Melque, ein gotische Kapelle neben einem verfallenen Kloster, römischen Dämmen und einem Aquädukt, ebenfalls aus römischer Zeit. In der Nähe empfiehlt sich ein Besuch des Schlosses von Montalban, dem größten in der Provinz.

Auf dem Weg in Richtung Toledo (CM 4000) beginnt nach fünf Kilometern ein ökologischer Wanderweg, der in eine Landschaft einzigartiger Schönheit führt: die Schluchten von Burujon mit ihren Kavernen und Brüchen aus rotem Kalkstein, die in den Tajo zu stürzen scheinen. Der Fluss ist in der Nähe zum Pantano de Castrejon aufgestaut. Vor allem in den Abendstunden genießen Besucher die beeindruckende Landschaft.

 

Nur eine Viertelstunde von Malpica entfernt liegt Talavera de la Reina, dessen doppelten Stadtmauer, die Kirche Santa Maria la Mayor, der Basilica del Prado, dem Museum Ruiz de Luna und ihrer weithin bekannten Keramik ebenfalls einen Besuch wert ist.

 

Letztlich sei noch Toledo, die Stadt der drei Kulturen empfohlen, nähere Erläuterungen erübrigen sich an dieser Stelle.